Glühende Sonne, überfüllte Strände, sich aneinanderreihende Hotels und Kasinos, laute Musik und ... Alkohol in Strömen. Das ist für viele der Inbegriff für Urlaub in Bulgarien. Inwieweit diese Vorstellungen jedoch den wahren Möglichkeiten des heimischen Tourismus entsprechen ist ein ganz anderes Thema. Denn - neben Billigurlaub für den Massenkonsumenten wartet unser Land auch mit gehobenen Tourismusprodukten für betuchte und anspruchsvolle Urlauber auf. Wie etwa Gesundheits- und Wellness-Programme, mit denen Bulgarien seit einigen Jahren auf dem Vormarsch ist.

Gesundheit und Wellness liegen voll im Trend. Heute reicht es nicht mehr aus, einfach nur irgendwohin zu fahren und ein paar Tage auszuspannen. Die gesundheitsbewusste Lebensweise sowie die Pflege von Körper und Geist sind für viele ein absolutes Muss und bescheren der Tourismusindustrie Umsätze in Milliardenhöhe. Auch die Nachfrage nach Wellness-Reisen in Bulgarien wächst. Mit seinen 700 im ganzen Land verstreuten Mineralquellen und vielen neuen Wellness-Hotels bietet Bulgarien für diese Art des Tourismus beste Voraussetzungen. Ganz zu schweigen vom günstigen Klima und der herrlichen Natur. Gerade an Wochenenden und Feiertagen seien namentlich Wellness-Hotels zuerst ausgebucht, behaupten Brancheninsider. Und so setzen immer mehr Hotelbesitzer auf Gesundheits- und Wellness-Programme, die die gewünschte Kundschaft bringen sollen.

Allerdings biete nicht jedes Hotel mit der Vorsilbe "Spa" die gewünschten Wellness-Programme. "Es gibt Objekte, die lediglich mit Whirlpools aufwarten, was sie jedoch nicht davon abhält, sich Spa-Hotel zu nennen", empört sich der für Tourismus zuständige Vizeminister Iwo Marinow. Mit der neuen Verordnung zum kürzlich verabschiedeten Tourismusgesetz soll diese Art der Hotels nun endlich zertifiziert werden, so Marinow. "Eingeführt werden sollen ein Mindestangebot an derartigen Dienstleistungen sowie Qualifikationsstandards für das Hotelpersonal", präzisiert Vizeminister Iwo Marinow.

"Wellness-Touristen beschränken sich nicht allein auf das Gesundheits- und Wellness-Angebot. Rund 38 Prozent dieser Urlauber nutzen ein zweites- und rund 26 Prozent ein drittes Tourismusprodukt. Das ist vor allem für die Bevölkerung vor Ort von Bedeutung, um die zur Verfügung stehenden Ressourcen maximal auszuschöpfen. Zudem liegen die bulgarischen Ferienorte mit Wellness-Angebot in naturbelassenen Gegenden, was historisch gesehen bereits zur Zeit der Thraker und Römer der Fall war. D.h. hier kann man sich auch kulturtouristisch betätigen. Ganz zu schweigen davon, dass ein Großteil dieser Ferienorte in entwickelten Weinbaugebieten angesiedelt ist, was zu Weintouren geradezu einlädt. Gesundheits- und Wellnesstourismus ist ein ganzjähriges Produkt, womit die Saisonabhängigkeit der Branche, besonders was die Sommermonate betrifft, ausgeglichen werden kann," meint Vizeminister Iwo Marinow
Nach Angaben des Bulgarischen Verbandes für Balneologie- und Spa-Tourismus kommen 70 Prozent dieser Kunden aus dem Inland. Die durchschnittliche Auslastung der Hotelbasis liegt bei 50 Prozent. Um mehr Kundschaft anzuziehen, offerieren die Hotelbesitzer über die Woche häufig preisgünstige Wellness-Pakete. Auch kooperiert man mit Krankenkassen aus dem europäischen Ausland, die die Heilbädertherapien ihrer Kunden finanzieren. Ein Beispiel ist eines der renommiertesten Hotels in der Schwarzmeerstadt Pomorie, das seit drei Jahren mit deutschen Krankenkassen zusammenarbeitet. Auch österreichische und zyprische Krankenkassen haben bereits ihr Kooperationsinteresse bekundet. Übrigens ist dieses Spa-Hotel vom 14. bis 16. Mai Gastgeber des 18. Jahreskongresses des Europäischen Heilbäderverbandes, womit Bulgarien seine Positionen an den internationalen Märkten für Gesundheits- und Wellnesstourismus stärken wird.
Quelle: www.bnr.bg